An meine Kinder

Das hier ist nur für meine Kinder bestimmt. Ich wollte das schon immer mal loswerden und jetzt ist der Anlass, das zu tun, auch da.


Also, ich war auch mal Kind, wie jeder andere von uns auch. Das mag man kaum glauben und es ist auch schon eine ganze Weile her. Ich habe Eltern, die mich zwar nicht gezeugt und zur Welt gebracht haben, die mich aber groß gezogen haben, wie bei vielen anderen Kindern auch. Dafür gibt es immer Gründe, aber darauf will ich nicht eingehen, es ist eben so.
Diese Eltern haben mich geliebt und tun es immer noch, auch wenn ich, in welchem Alter auch immer, mal Anlass gegeben habe, dass es schwierig sein könnte. In den vielen Jahren, in denen es sie und mich gibt, hatte ich dort immer einen Zufluchtsort, ein offenes Ohr, und, wenn ich Hilfe brauchte, bekam ich Hilfe. Auch heute noch. Und wenn es mal ganz eng kam, weil meine Wünsche größer waren, als meine Brieftasche, konnte ich mir auch was leihen. Sie wussten, dass ich das zurück zahle.
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Wir haben Kinder, wir haben sie zwar nicht gezeugt und zur Welt gebracht, wir haben sie aber groß gezogen, wie bei vielen anderen Kindern auch. Dafür gibt es immer Gründe, aber darauf will ich nicht eingehen, es ist eben so. Wir haben diese Kinder geliebt und tun es immer noch, auch wenn sie, in welchem Alter auch immer, mal Anlass gegeben habe, dass es schwierig sein könnte. In den vielen Jahren, in denen es sie und uns gibt, versuchten wir, ihnen ein schönes Zuhause zu geben und das an sie weiter zu geben, was uns unsere Eltern beigebracht haben. Nun ist das alles gar nicht so einfach, ein Kind wurde zeitig flügge und wollte nicht mehr bei uns wohnen. Trotzdem haben wir versucht, auch mit Abstand ein wachsames Auge zu haben und zu helfen, wo es uns möglich war. Mit einer Unterkunft, oder mit kleinem Geld, auch nachts mal irgendwo im Land abholen. Und wenn dann endlich mal eine Wohnung ansteht, würden wir mit Farbe, Arbeit und auch Geld für Möbel unter die Arme greifen.
Bei beiden Kindern. Weil wir die Eltern sind. Weil wir eine Familie sind.
Dachte ich.
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Weil wir eine Familie sind, die einander vertraut, wo man sich aufeinander verlassen kann. Und wenn mal wer Hilfe braucht, gibts das auch. So dachte ich.
So legt man auch mal Geld beiseite, für Unvorhergesehenes, nicht viel, schließlich müssen auch wir dafür arbeiten gehen, wie viele andere auch... Und eines Tages ist der Umschlag weg. Schock, Ärger, viele Tränen. Monate des Sparens umsonst. Mißtrauen.
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Die nächsten Monate wird es bei mir keinen vollen Lohn mehr geben, nur noch Krankengeld, da hätte man das Gesparte mal brauchen mögen. Aber egal, ich werde wohl im Frühjahr mein Motorrad verkaufen, ich kann Geld ja auch nicht einfach irgendwem wegnehmen. Es gibt Leute, die müssen für ihr Geld morgens aufstehen und arbeiten gehen und dann gibt es welche, die meinen, sie brauchen nur an einen Schrank gehen und sich was nehmen.
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Schade, ich bin enttäuscht, ich hätte gern meine Kinder weiterhin unterstützt und langfristig gesehen auch mit mehr, als in dem Umschlag war. Aber das war wohl ein Signal, dass ich das nicht brauche, oder?

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